1970er: Pure Nostalgie – Dampf und Güter auf der Bahn

Am 24. November 1973 dampft die schwere Güterzuglok 044 456-2 durch Sylbach. Am Haken hat die damals beim BW Ottbergen beheimatete Lok einen gemischten Güterzug, das Signal steht auf „freie Fahrt“ und Güter gehören damals noch auf die Bahn. Heute hat der Bahnhof Sylbach sein Gesicht sehr verändert, gerade ist die Modernisierung abgeschlossen worden.

Die 044-456-2 wird genau zwei Jahre nach dieser Aufnahme z-gestellt und zum Jahresende 1975 endgültig ausgemustert. Wer noch einmal eine Zeitreise in das Jahr 1975 unternehmen will, kann dies übrigens in Brakel tun: Bei der Modellbundesbahn gibt es auf rund 100 Quadratmetern Eisenbahnanlage einen Nachbau des Weserberglandes der 1970er Jahre – mit entsprechendem Fahrbetrieb. Unter https://www.modellbundesbahn.de/ gibt es schon mal ein paar tolle Einblicke. Laut Homepage planen die fleißigen Anlagenbauer demnächst auch etwas mit „unserem“ Hermannsdenkmal – man darf also gespannt sein!

044 456-2 eilt mit einem Güterzug in Richtung Herford durch Sylbach.
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1970er: Schneefall, kurz vor dem ersten Advent

Passend zum Wetter wünschen wir unseren Leserinnen und Lesern einen schönen 1. Advent!
Auf unserer Aufnahme vom November 1973 – kurz vor dem ersten Advent – macht sich ein Güterzug daran, den verschneiten Bahnhof Sylbach zu verlassen. Die Güterzuglokomitive 044 456-2 hat das Signal „Freie Fahrt“ bekommen, rechts sieht man das Stellwerk „Sn“ (Sylbach Nord). Nicht nur das Stellwerk ist inzwischen Vergangenheit, auch von den drei Gleisen des Bahnhofes ist nur einziges übrig geblieben…

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1970er: Unendliche Weiten bei Kilometer 13,3

Achtung: Ein wenig Wild-West-Romantik kann bei diesem Bild schon aufkommen… Im August des Jahres 1973 blicken wir von Sylbach kommend Richtung Schötmar. Eine schnurgerade Bahnlinie liegt vor uns, begleitet von den Telegraphenmasten mit ihren charakteristischen weißen Isolatoren. Halbrechts vor uns erkennt man eine Sandgrube, das Wäldchen links davon müsste der Hartigsee sein. Links der Bahnstrecke befindet sich heute ein Stück Industriegebiet und man könnte auch die quer durchs Bild verlaufende Ostwestfalenstraße sehen. Nur die Hochhäuser in der Ferne, die grüßen immer noch vom Asenberg…

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1970er: Einfach mal die Sonne genießen…

Blauer Himmel, Sonnenschein – ziehen wir uns furchtbar gerne rein 🙂 Genau wie diese junge Dame, die in den 1970er Jahren auf dem Bahnsteig in Sylbach in der Sonne sitzt und mit ihrem Blümchenkleid dem Bahnkörper etwas Farbe verleiht. Vielleicht ist sie in Gedanken auch schon beim Ziel ihrer Reise?
Wir sind jedenfalls jetzt auch erst mal in der Sonne, falls uns jemand sucht.

Und damit die Sommerstimmung auch bis zum HonkyTonk heute abend hält, hier schon mal ein kleiner musikalischer Sommeranfang:

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Aktuell: „Tag der offenen Archive“ – mit viel Eisenbahn!

Wer sich für Geschichte interessiert, ist am Sonntag, den 06. März, im Stadtarchiv genau richtig: Zum „Tag des offenen Archivs“ bietet das „Gedächtnis unserer Stadt“ neben Führungen, interessanten Einblicken in die Stadtgeschichte ein besonderes Bonbon für Eisenbahnfreunde. Perfekt passend zum Motto des diesjährigen bundesweiten Tages der offenen Tür, „Mobilität“ zeigt das Archiv aus der Dia-Sammlung von Horst Stehling einen bunten Querschnitt durch die Eisenbahnlandschaft von Bad Salzuflen, Schötmar und Sylbach – sowohl von vor, wie von hinter den Kulissen!
Mit dabei: Die Bahnhöfe, Dampfloks, der erste ICE und die älteste deutsche Dampflok, der „Western-Bahnhof“ von Schötmar, Willy Brandt, die Werkloks von Hoffmanns Stärke, und, und, und… Und weil auf den Aufnahmen auch viel vom „Drumherum“ zu sehen ist, sind die Bilder nicht nur interessant für Eisenbahnfans. Es gibt viel zu entdecken.
Los geht es ab 11 Uhr in den Räumen des Stadtarchivs in der Gelben Schule, Martin-Luther-Straße 2, 32105 Bad Salzuflen – bis 16.00 Uhr.
Selbstverständlich sind wir von WDiBSloabd auch mit dabei und unterstützen die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archivs. Wir freuen uns auf spannende Gespräche über altes, neues, historisches und besonderes!

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1970er: Wenn Frau 200 mal schlapp macht…

In den 1970er Jahren galt bei der Bahn die Devise: „Unsere Loks gewöhnen sich das Rauchen ab“. Gemeint war damit das Ende der Dampflokomotiven auf (west-)deutschen Gleisen. Dass es aber auch in diesen letzten Jahren nicht immer ohne „Rauch“ ging, zeigt unser heutiges Bild: Diese V200 (auch „Frau 200“ genannt) musste anscheinend samt ihres Zuges in Schlepp genommen werden von der Güterzuglok 044 195-6, hier bei der Durchfahrt in Sylbach Richtung Lage. Die Lok ist bis Juli 1976 noch beim BW Ottbergen beheimatet, wird danach nach Gelsenkirchen-Bismarck abgegeben, wo sie fünf Monate später am 29.12.1976 bereits endgültig ausgemustert wird. Die Bahn gewöhnte sich eben das Rauchen ab…WDiBSloabd_1974_07_27_Sylbach_Bahnhof_Gleis2_044195-6_mit_220_WEB

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1970er: Der Kran kommt…

Heute mal ein kleiner Leckerbissen für Eisenbahnfreunde (mit Erklärung für Nicht-Eisenbahnkenner): Da die Hauptstrecken vom Ruhrgebiet nach Hannover oder von Holland nach Hannover mit vielen Fern- und Güterzügen belegt waren und sind, wurden und werden besondere Züge oft über Nebenstrecken zum Ziel geleitet. Einen solchen sehen wir hier im September 1973 in Sylbach: Gezogen von Diesellok 218 123-0 fährt ein Kranzug Richtung Lage. Diese Kranwagen samt Begleitfahrzeugen waren an verschiedenen Standorten in Deutschland stationiert und wurden bei Bauarbeiten oder Unfällen eingesetzt. Anhand des Wappens von Niedersachsen auf dem Kran ist zu vermuten, dass es sich um den Kran „DB Han 6601“ handelt, der 1934 in Dienst gestellt wurde – zum Aufnahmezeitpunkt also schon gute 40 Dienstjahre hinter sich hatte. Auf dem zweiten Bild ist der Kran in „voller Lebensgröße“ zu sehen – allerdings in Transportstellung. Bis zu 75 Tonnen konnte der 21 Meter lange Ausleger heben. Dafür waren Gegengewichte notwendig, die man auf dem dritten Bild zwischen Kran und Tender erkennt – beiden hatten ein Gewicht von je 26 Tonnen (lt. Informationen von www.eisenbahndienstfahrzeuge.de). Der Dampfloktender diente der Versorgung des Dampfkrans mit Wasser, der Nachkriegs-Behelfswagen war für Maschinen und Geräte, während die Mannschaft des Krans im letzten Waggon (einem „Hecht“) Platz fand. (Wie immer gilt: Der Mausklick auf eines der unteren Bilder ermöglicht eine genauere Ansicht 😉 – Ergänzungen oder Hinweise gerne als Kommentar oder über unser Kontaktformular!)WDiBSloabd_1973_09_17_Sylbach_Bahnhof_216123-0_Kreuzung_als_Dsts_WEB

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1970er: „Beamten-Express“ in Sylbach

Heute mal ein sonnigeres Bild: 1974 ist ein dreiteiliger Schienenbus auf dem Weg von Minden nach Detmold und durchfährt gerade den Bahnhof Sylbach. Die Verbindung Detmold – Minden und zurück diente damals vor allem Beamten, die zwischen den beiden Zentren pendelten. Mit Einstellung der Verbindung in den 1970er Jahren endete auch der Einsatz der Schienenbusse, die seit den 1950er Jahren bei der Bundesbahn im Einsatz waren. Rechts und links der Gleise sieht man schon die Oberleitungsmasten, die für die Elektrifizierung der Strecke Herford – Altenbeken errichtet wurden. Bis auf den Holz-Unterstand links hat sich die Szenerie heute weitgehend verändert…WDiBSloabd_1974_08_02_Sylbach_Bahnhof_Gleis2_dreiteiliger_Schienenbus_WEB

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2010er: Sylbach von oben

Eine Westfalenbahn verläßt gerade den Bahnhof Sylbach, als dieses Foto 2010 aufgenommen wird. Sylbach ist ein echter „Grenzfall“ im Salzufler Stadtgebiet, denn die Sylbacher Straße, die die Gleise überquert, ist zugleich die Grenze zwischen Bad Salzuflen und Lage. Deshalb ist die obere Bildhälfte auch schon Lagenser Gebiet, während in der Bildmitte das Restaurant „Zum Löwen“ noch auf der Salzufler Seite steht. Deutlich erkennt man, dass der Bahnhof Sylbach – der heute nur noch ein Haltepunkt ist – früher ein zweites Gleis am Hausbahnsteig hatte und zwei Gütergleise an der alten Laderampe.WDiBSloabd_Luftaufnahme_Holzhausen_Westfalenbahn