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03.05.2018: Doppel-Vortrag zum Jubiläum mit Franz Meyer und Dr. Stefan Wiesekopsieker

Zum 200-jährigen Jubiläum des Heilbades laden am Donnerstag, den 03. Mai 2018, um 19.30 gleich vier Veranstalter zu einem Doppel-Vortrag in den Gala-Saal des Kurhauses ein. Der Eintritt ist frei. Während Dr. Stefan Wiesekopsieker aus Leben und Wirken von Medizinalrat Dr. Heinrich Hasse berichtet, wird Franz Meyer den historischen Bogen des Bades von 1818 bis 2018 spannen. Die Staatsbad Salzuflen GmbH, die VHS Bad Salzuflen, der Heimat- und Verschönerungsverein sowie der Naturwissenschaftliche und Historische Verein für das Land Lippe veranstalten diesen Vortragsabend gemeinsam.

Zum Hintergrund des Jubiläums: Der Stadtphysikus (Amtsarzt) Dr. Heinrich Hasse hatte im Juli 1817 bei der für das Salzufler Salzwerk  zuständigen Rentkammer in Detmold vorgeschlagen, eine „Badeanstalt bey hiesiger Saline“ errichten zu lassen, um dadurch die Sole auch für therapeutische Zwecke nutzen zu können. Sein Antrag fand die erhoffte Zustimmung. Bereits ein Jahr später, im Juli 1818, konnte mit fünf Badestuben, die im Pumpenturm der Saline auf dem Salzhof eingerichtet worden waren, die erste „Saison“ des Solbades Salzuflen gestartet werden.

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1980er: Der Salzhof im Wandel der Zeiten

Mit unserer heutigen Bilderserie zeigen wir den Salzhof in drei verschiedenen „Aggregatszuständen“: Einmal nach Abriss der Saline Ende der 1920er, dann wie oben auf dem Bild beim Umbau 1980 und bei der aktuellen Umgestaltung 2017. In Kürze gehen hier die Arbeiten, die zum Weihnachtstraum eingestellt wurden, in die letzte Runde. Dann wird auch die Skulptur des „Salzsieder“ hier wieder seinen Platz finden. Es werden übrigens noch Wetten angenommen, wann die neuaufgestellte Figur das erste Mal wieder verkleidet wird – Karneval haben wir ja gerade verpasst…

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1910er: Industriebetrieb Salzhof

Wo heute und morgen noch das Weinfest für Getümmel, gute Laune und kühle Getränke sorgt, war vor mehr als 100 Jahren an Spaß nicht wirklich zu denken. Mitten im Herzen der Stadt stand die Saline, in der das Salz aus der salzhaltigen Sole gesiedet wurde. Hier blicken wir von der Post aus auf dem Salzhof: Anstelle des hölzernen Pumpenturmes steht heute das Denkmal der Paulinenquelle, hinter den Schuppen erkennt man die Giebelreihe der Langen Straße (ganz links heute „Cafe Herzhaft“, ganz rechts „Astrids Hutsalon“). Kaum vorstellbar, dass der heutige Platz bis in die 1920er Jahre so aussah. Erst dann wurde die inzwischen funktionslose Salzsiederei abgebrochen und der Platz seither für Wochenmarkt und Fest genutzt…

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1950er: Fahrendes Volk auf dem Salzhof

Eine stimmungsvolle Momentaufnahme aus den 1950er Jahren: Mokka Moritz hielt die zufällige Begegnung zwischen drei Generationen fest.  Leider wissen wir nichts über diese Aufnahme, aber die beiden Wohnwagen im Hintergrund lassen vermuten, dass auf dem Salzhof ein Jahrmarkt stattfand und Frau und Kind zu den Schaustellern gehören. Übrigens noch bis Sonntag ist auf dem Salzhof auch wieder jede Menge los: Das Weinfest 2017 lockt noch bis Sonntag mit Weinen verschiedener deutscher Anbaugebiete, Live-Musik und einem Charity Frühstück am Samstag morgen. Infos auch bei FB: facebook.com/Weinfest.Bad.Salzuflen/
Übrigens auf dem Foto im Hintergrund übrigens noch zu sehen: Der Giebel des ältesten Steinhauses unserer Stadt – heute eine unansehnliche Baulücke mitten am Salzhof…

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1970er: Einmal rund um den Salzhof

Auf dieser Luftaufnahme rund um das historische Rathaus und den Salzhof gibt es wieder viel zu entdecken – vor allem auch für unsere Automobil-Experten! Vermutlich in den 1970ern oder frühen 1980ern sehen wir das alltägliche Treiben rund um den Markt und den Salzhof. In der Bildmitte noch das üppige Grün des Salzeufers, von dem heute fast nichts mehr übrig ist. Der Salzhof dient noch als Parkplatz und Omnibusbahnhof – noch weiß keiner, dass hier einmal Bon Jovi spielen wird. Die Straßenarbeiter haben sich alle Mühe bei der Bemalung der Straßen gegeben, Richtungsfahrstreifen und Zebrastreifen sorgen für Ordnung. Am Salzhof grüßt noch der Schriftzug von „Kölling“, die Häuserzeile sieht heute komplett anders aus. Die Adler-Drogerie ist noch in vollem Betrieb, ebenso die Buchhandlung Schade und der Biergarten vor dem Ratskeller ist noch sehr überschaubar. Viel Spaß beim Suchen und Entdecken!

P.S.: Dieses Bild hängt auch an prominenter Stelle in einem der abgebildeten Häuser. Vielleicht kennt es der eine oder andere?
P.P.S.: Ein Klick auf das unten stehende Bild vergrößert es.

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1920er: An der Salze hellem Strande…

Gut, einen Strand gab es an der Salze mitten in der Stadt nie – aber immerhin soll es in diesem Jahr noch (endlich) mit der Umgestaltung vorangehen. Vor ziemlich genau 90 Jahren war man übrigens auch damit beschäftigt: 1926 wurde die Saline auf dem Salzhof endgültig abgerissen und die Fläche planiert. Auf dieser Aufnahme (vmtl. nach 1928) blicken wir von der Brücke am Markt / Lange Straße die Salze hinauf Richtung Post. Die Uferbefestigung wurde erneuert und Bäume wurden angepflanzt. Mitten über die Salze führt ein Steg genau an der Stelle, wo 60 Jahre später der Flußübergang gebaut werden wird. Interessant ist die dunkle Silhouette links: Beim Abriss der Gebäude auf dem Salzhof blieb der hölzerne Pumpenturm über der Paulinenquelle stehen und wurde erst 1934 durch das heutige Brunnendenkmal ersetzt…

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1950er: Käfer-„Plage“ am Posteck

Die Ecke an der Post – oder das „Post-Eck“, wie es auf dieser Ansichtskarte vmtl. aus den 1950ern genannt wird – hatten wir schon ein paar Mal hier als historische Aufnahme (hier und hier). Aber stets mit Hochwasser. Deshalb heute mal ein Blick auf eine Zeit, in der man an der Ecke der Steege noch Konfitüren, Südfrüchte, Zigarren sowie Gold und Silber kaufen konnte. Heute gibt es da ja mehr schöne Textilien. Eines fällt aber bei dem Bild auf: Das Auto des Jahres (oder Jahrzehnts) ist definitiv der VW Käfer – wir zählen mindestens sechs. Und Ihr?

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1950er: Die Lange Straße ohne „Dolomiti“

Seit 1959 treffen sich die Salzufler und ihre Gäste im Sommer wie in der kalten Jahreszeit im Eiscafe „Dolomiti“. Doch was stand hier eigentlich früher neben der Post? Wir machen die historische Schatzkiste auf und sehen hier das Vorgängergebäude Lange Straße 10. Das alte Fachwerkhaus mit seinem Anbau beherbergte damals das Obst- und Gemüsegeschäft eines Herrn Grzenia, bis es 1958 abgerissen wurde. Auf den beiden Bildern erkennt man, dass sich schon die Stadtplaner der Vorkriegszeit über das kleine Haus hinweggesetzt hatten – das Gebäude der Post von 1928 ist deutlich höher und in der Straßenflucht zurück genommen, ebenso das Nachbarhaus links. Das Fachwerkhaus wirkt ein wenig „aus der Zeit gefallen“ an dieser zentralen Stelle der Innenstadt. Interessant aber auch die vielen Details der 1950er Jahre: Ob der moderne „Bedien-Dich-Selbst“-Automat, der Transporter auf dem Hof oder das Dreirad eines Kohlenhändlers auf dem Weg zum Salzhof… Sehr schön auch die Werbung am linken Haus, Lange Straße 12, die auf das Milchgeschäft Maus (später Hildebrand) hinweist – da wußte man auch ohne Leuchtreklame, was es hier zu kaufen gab…

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1900: Die ganz alte Schießhofstraße

Um 1900 blicken wir auf die Fachwerkhäuser entlang der Schießhofstraße. Die Häuser lassen erahnen, dass Bad Salzuflen eben eine klassische mittelalterliche Stadt war, bevor das Kurwesen Einzug hielt. Links sehen wir Haus Nr. 1, daneben Nr. 3 und Nr. 5. Um 1925 wurden die beiden Häuser rechts abgerissen und durch einen Neubau ersetzt – hier befindet sich heute das Wohlfühlrestaurant „Hellas“. Das Haus Nr. 1 „verschwand“ förmlich zwischen den beiden hervorspringenden Fassaden der Nachbarhäuser und wurde erst vor einigen Jahren sehr mustergültig und wohnlich restauriert. Schon viele sind daran vorbei gelaufen, ohne das Haus besonders zu beachten – dabei kann sich heute jeder dort einmieten: Im oberen Stockwerk findet sich eine Ferienwohnung, deren Innenräume man auch unter diesem Link durchstöbern kann…

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1920er: Wer findet alle Unterschiede?

So dürften den Salzhof nur noch wenige kennen: Um 1920 (sofern die Angabe stimmt) blicken wir die Lange Straße hinunter Richtung Markt, die Häuserzeile „Hinter der Wieke“ zeigt sich noch wie sie seit Jahrhunderten hier stand. Natürlich fällt sofort die Mauer links ins Auge, die die Saline einfasst. Ja, richtig, hier heißt es wirklich mal „Saline“ – denn hier wurde über die Jahrhunderte mitten in der Stadt Salz gesiedet. Die ersten drei Häuser rechts existieren alle nicht mehr – die ersten beiden sind kurz nach dieser Aufnahme durch Neubauten ersetzt, bzw. umgebaut worden und eines der ältesten Häuser der Stadt, vor dem gerade ein Pferdefuhrwerk steht, wurde noch 1980 abgerissen und präsentiert sich bis heute am Salzhof als schmerzhafte Baulücke. Und die quirlige Jugend hat sich natürlich auch versammelt, um dem Fotografen bei seiner Arbeit zuzuschauen…

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