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1980er: Der Salzhof im Wandel der Zeiten

Mit unserer heutigen Bilderserie zeigen wir den Salzhof in drei verschiedenen „Aggregatszuständen“: Einmal nach Abriss der Saline Ende der 1920er, dann wie oben auf dem Bild beim Umbau 1980 und bei der aktuellen Umgestaltung 2017. In Kürze gehen hier die Arbeiten, die zum Weihnachtstraum eingestellt wurden, in die letzte Runde. Dann wird auch die Skulptur des „Salzsieder“ hier wieder seinen Platz finden. Es werden übrigens noch Wetten angenommen, wann die neuaufgestellte Figur das erste Mal wieder verkleidet wird – Karneval haben wir ja gerade verpasst…

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1970er: Die Salze kommt…

Heute sind Windböen und Starkregen zu verzeichnen – die Salze führt an solchen Tagen deutlich mehr Wasser und steigt an. Früher war das ähnlich: Oftmals zur Schneeschmelze wurde aus dem harmonischen Fluss ein reißender Strom, der sich einen ganz eigenen Weg durch Landschaftsgarten, Kurpark und vor allem durch unsere Innenstadt suchte. Auf dem Foto von 1970 sehen wir den alten Salzeverlauf, aufgenommen von der Brücke der Dammstraße. Links die „Autohalle“ von der Kohlenhandlung Riemeier, daneben die Fachwerkhäuser der Unteren Mühlenstraße. Sandsäcke und eine große Mauer halfen nicht viel – deshalb beschloss man eine großflächige Umgestaltung an dieser Stelle: Die Salze wurde in ein neues Bett verlegt, die Ufer befestigt. Die Maßnahmen, denen alle hier auf dem Bild sichtbaren Gebäude zum Opfer fielen, zogen sich von der Konzerthalle bis zur Salzemündung in die Werre quer durch die Innenstadt. Auf dem Vergleichsbild – fast genau 25 Jahre später – wird deutlich, wie sehr sich das Gesicht unserer Stadt an dieser Stelle verändert hat…

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1900: Die schmale Gasse Steege

Wer heute die Steege entlang schlendert. geht auf einer breiten Straße. Vom anderen Salzeufer grüßen Gärten und die neugestaltete Uferterrasse lädt zum Verweilen ein. Das war früher bei weitem nicht so. Auf dieser Aufnahme, etwa um 1900, sehen wir die Steege in ihrer ursprünglichen Form. Im Hintergrund quert nur eine schmale Brücke die Salze, die noch in ihrem alten Lauf fließt. Während die rechte Seite heute noch existiert, sehen wir links den Hof des Salzebauern und das Vorgängergebäude des „Kleinen Grünauer“ an der Ecke zur Wenkenstraße. 

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1920er: An der Salze hellem Strande…

Gut, einen Strand gab es an der Salze mitten in der Stadt nie – aber immerhin soll es in diesem Jahr noch (endlich) mit der Umgestaltung vorangehen. Vor ziemlich genau 90 Jahren war man übrigens auch damit beschäftigt: 1926 wurde die Saline auf dem Salzhof endgültig abgerissen und die Fläche planiert. Auf dieser Aufnahme (vmtl. nach 1928) blicken wir von der Brücke am Markt / Lange Straße die Salze hinauf Richtung Post. Die Uferbefestigung wurde erneuert und Bäume wurden angepflanzt. Mitten über die Salze führt ein Steg genau an der Stelle, wo 60 Jahre später der Flußübergang gebaut werden wird. Interessant ist die dunkle Silhouette links: Beim Abriss der Gebäude auf dem Salzhof blieb der hölzerne Pumpenturm über der Paulinenquelle stehen und wurde erst 1934 durch das heutige Brunnendenkmal ersetzt…

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1950er: Ob Ihr wirklich richtig steht…

… seht Ihr, wenn das Licht angeht“, heißt es bei „1,2 oder 3“. Wir wollen von Euch heute wissen, ob wir bei der Verortung dieses Fotos richtig liegen: Aufgenommen vermutlich Ende der 1950er Jahre sehen wir die Salze, die über die Ufer getreten ist. Einige Passanten schauen sich das Spektakel an. Wir vermuten, dass sie auf der Brücke Dammstraße stehen – im Hintergrund wäre also heute die Millau-Promenade, hinter uns befindet sich heute das Restaurant „Salzsieder“. Erst ab Mitte der 1970er Jahre veränderte sich die Salze in der Innenstadt völlig – durch den Abriss der Häuser an der Unteren Mühlenstraße, die Verlegung des Flussbettes und vor allem durch Hochwasserschutzmaßnahmen hörten zumindest die Salze-Überschwemmungen auf. Wer kann uns denn sagen, ob wir mit unserer Vermutung richtig stehen.. äh… liegen? 🙂 

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1950er: Lauschiges Liethölzchen

Während der Abrissbagger eifrig am Zwischenbau an der Lietholzstraße nagt, schauen wir mal zurück in die Zeit VOR der Entstehung des jetzt schon bald wieder historischen Aufgangs aus dem Kurpark. Mit Bänken, Rosen und Wasserspielen präsentiert sich hier der heutige Vorplatz vor der Wandelhalle. Im Hintergrund sehen wir die Türen der alten Wandelhalle, an deren Stelle heute die Konzerthalle steht. zu früheren Zeiten war das „Lietholz“ als kleines verschwiegenes Plätzchen vor allem bei Liebespaaren beliebter Treffpunkt…

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1980er: Buddelei am Salzhof – fast wie heute

Im Schnitt alle 40 Jahre wird am Salzhof eifrig gebuddelt – so auch jetzt. Das Salze-Ufer bekommt ein neues Gesicht, soll attraktiver werden und der Kinderspielplatz wird ebenfalls ausgebaut. Vor über 35 Jahren war der Grund für die Baggerei am Salzhof noch ein ganz anderer: Die Salze wurde verlegt, um den andauernden Überschwemmungen ein Ende zu machen. Auf diesem Bild von 1980 sehen wir, welch tiefgründigen Arbeiten damals notwendig waren, um die Salze zu verlegen. Die heutigen Bauarbeiten werden bei weitem nicht so viel Aufwand erfordern und hoffentlich ebenso wie damals im Zeitplan bleiben.
Parallel haben heute übrigens die Arbeiten an der Osterstraße / Am Markt begonnen.
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1950er: Bei dem Bild muss man 2 x hinschauen!

Auf den ersten Blick sieht man gut besuchte Plätze am Gradierwerk – doch erst auf den zweiten Blick wird klar, was die Leute hier in den 1950er Jahren bestaunen! Im Hintergrund sehen wir die Ecke der ehemaligen Wandelhalle aus den 1920er Jahren, die Passanten sitzen und stehen auf dem Umlauf des Gradierwerkes – an dieser Stelle befindet sich heute das „Erlebnis-Gradierwerk“. Unter dem Gradierwerk erkennt man auf den zweiten Blick etwas ungewöhnliches: Wasser. Damit ist klar: Die Aufnahme wurde während eines der berüchtigten Hochwasser gemacht, die Bad Salzuflen bis in die 1970er Jahre heimsuchten. Erst durch Maßnahmen wie Regenrückhaltebecken und Verlegung der Salze wurden die Wassermassen gebändigt. Denn eigentlich verlief die Salze unter der Wandelhalle hindurch. Doch durch Regen und Schneeschmelze war der Durchfluss oft zu klein und der Fluss trat auch im Kurpark über seine Ufer…

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1950er: Von der Kirche zur Bank zum Supermarkt…

Weil gerade so viele Salzufler in der FB-Gruppe „Wenn Du in Bad Salzuflen…“ ihre Erinnerungen an das 2006 abgerissene Sparkassengebäude an der Grabenstraße geteilt haben, wollen wir doch einmal schauen, was dort vor der Bank stand! Hier wurde 1894 die erste, feste katholische Kirche Salzuflens erbaut. Obwohl Lippe seit der Reformation hauptsächlich protestantisch war, waren viele Arbeiter von Hoffmanns Stärkefabriken, beispielsweise jene aus dem Eichsfeld (Thüringen), katholischen Glaubens. Die steigende Zahl der Gläubigen wurde von Hoffmanns Stärke in ihrem Bemühen um ein eigenes Gotteshaus auch finanziell unterstützt. Die heutige Liebfrauenkirche wurde 1956 bis 59 erbaut, nachdem die Kirche direkt an der Salze zu klein geworden war und der schwammige Boden wohl auch immer wieder Anlass zur Sorge gab. Der neue Hauptsitz der Sparkasse Bad Salzuflen wurde dann von 1963 bis 69 errichtet.
Wer noch Bilder der alten katholischen Kirche oder des Sparkassengebäudes hat, kann sich übrigens gerne bei uns melden!WDiBSloabd_1930er_BadSalzuflen_Postkarte_Grabenstrasse_alte_katholische_Kirche_reformierte_Kirche_Erloeserkirche_WEB

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1930er: „Land unter“ an der Steege – mit zwei Besonderheiten

Für jüngere Salzufler ist es heute ja schon eine kleine Sensation, wenn die Salze mal ein wenig mehr Wasser führt… ältere Salzufler können sich dagegen noch gut an die großen Hochwasser erinnern, die bis in die 1970er die Innenstadt heimsuchten. So wie hier auf diesem Foto vom Januar 1932 sah die Innenstadt alljährlich aus. Schneeschmelze und Regen ließen den Salzepegel ansteigen. Zwei Besonderheiten sehen wir noch auf diesem Bild: Geradezu blicken wir auf das Schaufenster der Firma „Balzer Immobilien“ – ein bekannter Name in Bad Salzuflen. Und links vor der Post irritiert ein großer Pfeil. Des Rätsels Lösung ist ganz einfach: An dem Telegraphen-/Telefon-Mast auf der Kreuzung Steege/Wenkenstraße/Am Markt war ein umlaufendes Schild angebracht, dass die Fahrtrichtung vorschreibt (ähnlich wie an der Einmündung Ahornstraße/Osterstraße heute). Damalige Zeitungsberichte von Unfällen legen allerdings nahe, dass dieses Schild nicht immer wirklich beachtet wurde. Man kann also sagen: Manche Dinge ändern sich nie…

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