Bild

1980er: Bad Salzufler Straßenansichten – Teil XIX

Winter 1986: Leichte Schneereste auf Dächern und an den Straßenrändern. Beim Blick auf den Hafermarkt fallen einem gleich viele Unterschiede zu heute auf, auch wenn sich die Gebäude äußerlich (fast) nicht verändert haben: Die „Haferkiste“ bei Theo gibt es nicht mehr, ebenso wie daneben im Haus Gießenbier das Glas- und Porzellangeschäft Middeke. In den rechts am Bildrand sichtbaren „Wappenkrug“ hat neue Gastronomie Einzug gehalten und das alte Fachwerkhaus am linken Bildrand (gegenüber von „Tante Emma„) wird nach langen Jahren des Verfalls jetzt endlich saniert. Bemerkenswert aus heutiger Sicht: Wie sauber und zahlreich die alten Kugellampen noch sind…

WDiBSloabd_1980er_BadSalzuflen_ArchivStock_Wenkenstrasse_Hafermarkt_003_WEB

Bild

1910er: Das Haus von Pfarrer Gießenbier

Das älteste komplett erhaltene Haus in der Salzufler Altstadt hat (ausgerechnet) ein Schötmaraner erbaut: Pfarrer Anton Gießenbier errichtete 1520 sein Haus am Hafermarkt. Der Schötmaraner Pfarrer war damals auch für die Salzufler „Schäfchen“ zuständig, bis diese sich im Zuge der Reformen Martin Luthers einen eigenen Pfarrer nahmen. Auf dem Bild, vermutlich um 1910 aufgenommen, erkennen wir einige Besonderheiten: Der Vorbau war die Einfahrt in die Diele des Hauses, links davon erkennt man den parallel zur Wenkenstraße laufenden Viehtrift, über den früher Kühe und Schweine zum Heßkamper Tor getrieben wurden. Und im Hintergrund steht an der Oberen Mühlenstraße noch ein Fachwerkhaus, dass kurz darauf mit seinem Nachbarn einem Neubau weichen wird. Hier steht heute das „Tante Emma“. Einzig das Straßenpflaster scheint auch heute unverändert…WDiBSloabd_1910er_BadSalzuflen_Postkarte_Ritterstrasse_HausGiessenbier_Hafermarkt_WEB

Bild

1910er: Das Pferdefuhrwerk am Hafermarkt…

Alt und Modern am Hafermarkt: Während vorne ein Hauderer (Fuhrmann) mit einem Herren auf dem Bürgersteig ein Pläuschchen hält, sieht man im Hintergrund eine moderne Errungenschaft: Vor dem ältesten Haus der Stadt (Wenkenstraße 10a) steht ein Strommast! 1911 war in Bad Salzuflen ein Elektrizitätswerk eingeweiht worden. Ohne dieses Detail könnte die Szene auch um 1800 oder 1900 aufgenommen worden sein, denn die vier Häuser, die hier sichtbar sind, gehen alle aufs Mittelalter zurück. Erhalten davon sind nur drei, das Haus links musste später einem Neubau weichen. Interessant sind auch die Fassaden der beiden Gebäude im Hintergrund, während die ehemalige „Bauernstube“ rechts heute noch genau so aussieht… An dieser Stelle übrigens noch ein herzlicher Dank nach Holzhausen für die Überlassung dieser tollen historischen Postkarte! Übrigens aufgenommen von Hoffotograph Paul Beckmann.WDiBSloabd_1910er_BadSalzuflen_Wenkenstraße_Hafermarkt_von_Hoffotograf_PaulBeckmann_WEB