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1950er: Wie James Bond nach Bad Salzuflen kam…

1957: Kalter Krieg zwischen West und Ost, Spione überall – und Bad Salzuflen mittendrin. Im neuen James-Bond-Roman „Trigger Mortis“ von Anthony Horowitz nach Vorlagen von Ian Fleming führt die Geschichte den Agenten im Dienste seiner Majestät auch in unsere schöne Kurstadt. Reine Erfindung? Mitnichten – denn Bad Salzuflen war 1945 ein Hauptquartier der britischen Besatzung geworden. Von hier wurden unter alliierter Kontrolle das Post- und Fernmeldewesen wieder aufgebaut, hier wurden die heute noch bekannten „Naafi“-Shops erfunden und auch das „British Entries and Exit Branch“ (später gemeinsam mit Amerikanern und Franzosen „Combined Travel Board“), welches über Ein- und Ausreisen sowie Auswanderungen wachte, hatte hier ihren Sitz. Im Stadtarchiv finden sich in Akten aus der Zeit auch Hinweise auf eine sowjetische Militärmission, vermutlich den Vorgänger der später in Bünde stationierten sowjetischen Soldaten, deren Hauptaufgabe das Kontrollieren von westalliierten Truppenbewegungen war. Das Bild zeigt eine typische Szene, wie sie vielleicht auch James Bond damals erlebt hätte: Am Herforder Tor biegt ein Wagen (noch mit Kennzeichen der damaligen Besatzungszone) mutig in die überschwemmte Lange Straße ein, während Passanten sich das Spektakel vom (noch trockenen) Bürgersteig aus anschauen.

Als Schauplatz für eine Agentengeschichte ist Bad Salzuflen also in jedem Fall geeignet – auch wenn 1957 viele der erwähnten Einrichtungen schon wieder Geschichte waren, ihren Sitz verlegt hatten und die meisten beschlagnahmten Gebäude ihren Besitzern zurück übergeben worden waren. Dem berühmtestes Geheimagenten der Welt sagt unsere schöne Stadt leider nicht besonders zu: „Bad Salzuflen? Sogar der Name klingt wie etwas, das sich in einem Bordell einfangen könnte“, kommt es ihm wenig charmant über die Lippen. Obwohl Bond-Erfinder Ian Fleming stets behauptet hat, seine Romane beruhten zu 90 Prozent auf wahren Begebenheiten und eigenen Erlebnissen, ist nicht überliefert, ob er jemals in Bad Salzuflen war. Denn wenn er es gewesen wäre, hätte er seine berühmteste Figur garantiert nicht diesen Satz sagen lassen… 😉

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