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1910er: Villa Stüde in der Wenkenstraße

Das Foto des heutigen Tages ist im doppelten Sinne historisch: Die Aufnahme aus der Zeit um 1910 zeigt das damals gerade neu errichtete Kinderkurheim „Villa Stüde“ – das Haus wurde erst vor kurzem abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das Gebäude an der Ecke Wenkenstraße / Lietholzstraße zeigt sich auf dieser Postkarte von seiner besten Seite. Noch mit offenen Balkonen (die später zugebaut oder verglast wurden) und ganz im Stil der Belle Epoque vor dem 1. Weltkrieg. Die Mädchen in feinen Kleidern, während die Jungs fast ausschließlich den damals so beliebten „Matrosen-Look“ tragen. Leider ist das Haus nie unter Denkmalschutz gestellt worden, so dass nach einer längeren Zeit des Leerstandes nur noch die Abrissbirne auf diesen klassischen Vertreter Bad Salzufler Bäder-Architektur wartete…WDiBSloabd_1910er_BadSalzuflen_Postkarte_Haus_Stüde_Wenkenstrasse_Aussenansicht_WEB

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1950er: Lauschiges Liethölzchen

Während der Abrissbagger eifrig am Zwischenbau an der Lietholzstraße nagt, schauen wir mal zurück in die Zeit VOR der Entstehung des jetzt schon bald wieder historischen Aufgangs aus dem Kurpark. Mit Bänken, Rosen und Wasserspielen präsentiert sich hier der heutige Vorplatz vor der Wandelhalle. Im Hintergrund sehen wir die Türen der alten Wandelhalle, an deren Stelle heute die Konzerthalle steht. zu früheren Zeiten war das „Lietholz“ als kleines verschwiegenes Plätzchen vor allem bei Liebespaaren beliebter Treffpunkt…

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1950er: „Columbus – ne Halbe!“

Boote auf dem Kurparksee haben eine lange Tradition in Bad Salzuflen. Auf diesem Bild aus den 1950er Jahren sehen wir den alten Bootsanleger am „Kaffeehaus am See“ – hier befindet sich heute eine kleine Betonveranda, die in den Kurparksee hineinragt. Damals war der Bootsverleih auch ein beliebter Neben- oder Ferienjob für jüngere Salzufler. Statt moderner Zeiterfassung reichte der Zuruf „Columbus – ne Halbe!“ in Richtung des Kassenhäuschens und der Chef wusste Bescheid: Das Boot mit dem klangvollen Namen des italienischen Seefahrers ist für eine halbe Stunde gebucht. Eine Besonderheit auf dem Bild: Das „Wasser-Fahrrad“, von dem sich auch die Schwäne nicht stören lassen. Und eine zweite, kleine Besonderheit: Dank des gut gefüllten Archives unserer Seite können wir auch noch ein Bild des angesprochenen Bootes „Columbus“ zeigen – oder zumindest den vorderen Teil davon 😉 Vielleicht ist ja einer von Ihnen oder Euch damals schon damit gefahren?

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2010er: Treppauf, Treppab im Kurpark

Irgendwie hat er was und irgendwie wirkt er doch auch etwas fehl am Platze: Wenn man von der Lietholzstraße aus den Kurpark betritt, führt der Weg zwischen dichten Bäumen her geradewegs auf diesen Glaskasten zu. Darin verbirgt sich ein Fahrstuhl, mit dem man den Höhenunterschied zwischen der Lietholzstraße und dem Kurpark überwinden kann. Geht natürlich auch über die Treppe. Lange wird es den 1961/62 errichteten Zwischenbau nicht mehr geben, ein Architektenwettbewerb soll im Sommer Vorschläge bringen, wie und was sich eines Tages an dieser Stelle befinden wird. Man darf gespannt sein, wie lange man also diesen leicht morbiden Charme der 60er noch einatmen kann…
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