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1970er: Die Salze kommt…

Heute sind Windböen und Starkregen zu verzeichnen – die Salze führt an solchen Tagen deutlich mehr Wasser und steigt an. Früher war das ähnlich: Oftmals zur Schneeschmelze wurde aus dem harmonischen Fluss ein reißender Strom, der sich einen ganz eigenen Weg durch Landschaftsgarten, Kurpark und vor allem durch unsere Innenstadt suchte. Auf dem Foto von 1970 sehen wir den alten Salzeverlauf, aufgenommen von der Brücke der Dammstraße. Links die „Autohalle“ von der Kohlenhandlung Riemeier, daneben die Fachwerkhäuser der Unteren Mühlenstraße. Sandsäcke und eine große Mauer halfen nicht viel – deshalb beschloss man eine großflächige Umgestaltung an dieser Stelle: Die Salze wurde in ein neues Bett verlegt, die Ufer befestigt. Die Maßnahmen, denen alle hier auf dem Bild sichtbaren Gebäude zum Opfer fielen, zogen sich von der Konzerthalle bis zur Salzemündung in die Werre quer durch die Innenstadt. Auf dem Vergleichsbild – fast genau 25 Jahre später – wird deutlich, wie sehr sich das Gesicht unserer Stadt an dieser Stelle verändert hat…

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1950er: Ob Ihr wirklich richtig steht…

… seht Ihr, wenn das Licht angeht“, heißt es bei „1,2 oder 3“. Wir wollen von Euch heute wissen, ob wir bei der Verortung dieses Fotos richtig liegen: Aufgenommen vermutlich Ende der 1950er Jahre sehen wir die Salze, die über die Ufer getreten ist. Einige Passanten schauen sich das Spektakel an. Wir vermuten, dass sie auf der Brücke Dammstraße stehen – im Hintergrund wäre also heute die Millau-Promenade, hinter uns befindet sich heute das Restaurant „Salzsieder“. Erst ab Mitte der 1970er Jahre veränderte sich die Salze in der Innenstadt völlig – durch den Abriss der Häuser an der Unteren Mühlenstraße, die Verlegung des Flussbettes und vor allem durch Hochwasserschutzmaßnahmen hörten zumindest die Salze-Überschwemmungen auf. Wer kann uns denn sagen, ob wir mit unserer Vermutung richtig stehen.. äh… liegen? 🙂 

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1950er: Bei dem Bild muss man 2 x hinschauen!

Auf den ersten Blick sieht man gut besuchte Plätze am Gradierwerk – doch erst auf den zweiten Blick wird klar, was die Leute hier in den 1950er Jahren bestaunen! Im Hintergrund sehen wir die Ecke der ehemaligen Wandelhalle aus den 1920er Jahren, die Passanten sitzen und stehen auf dem Umlauf des Gradierwerkes – an dieser Stelle befindet sich heute das „Erlebnis-Gradierwerk“. Unter dem Gradierwerk erkennt man auf den zweiten Blick etwas ungewöhnliches: Wasser. Damit ist klar: Die Aufnahme wurde während eines der berüchtigten Hochwasser gemacht, die Bad Salzuflen bis in die 1970er Jahre heimsuchten. Erst durch Maßnahmen wie Regenrückhaltebecken und Verlegung der Salze wurden die Wassermassen gebändigt. Denn eigentlich verlief die Salze unter der Wandelhalle hindurch. Doch durch Regen und Schneeschmelze war der Durchfluss oft zu klein und der Fluss trat auch im Kurpark über seine Ufer…

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1930er: „Land unter“ an der Steege – mit zwei Besonderheiten

Für jüngere Salzufler ist es heute ja schon eine kleine Sensation, wenn die Salze mal ein wenig mehr Wasser führt… ältere Salzufler können sich dagegen noch gut an die großen Hochwasser erinnern, die bis in die 1970er die Innenstadt heimsuchten. So wie hier auf diesem Foto vom Januar 1932 sah die Innenstadt alljährlich aus. Schneeschmelze und Regen ließen den Salzepegel ansteigen. Zwei Besonderheiten sehen wir noch auf diesem Bild: Geradezu blicken wir auf das Schaufenster der Firma „Balzer Immobilien“ – ein bekannter Name in Bad Salzuflen. Und links vor der Post irritiert ein großer Pfeil. Des Rätsels Lösung ist ganz einfach: An dem Telegraphen-/Telefon-Mast auf der Kreuzung Steege/Wenkenstraße/Am Markt war ein umlaufendes Schild angebracht, dass die Fahrtrichtung vorschreibt (ähnlich wie an der Einmündung Ahornstraße/Osterstraße heute). Damalige Zeitungsberichte von Unfällen legen allerdings nahe, dass dieses Schild nicht immer wirklich beachtet wurde. Man kann also sagen: Manche Dinge ändern sich nie…

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1950er: Nasse Füße am Kurparksee

Irgendwann in den 1950er Jahren blicken wir auf die Promenade am Kurparksee: Der Zaun rechts trennt den eintrittspflichtigen vom eintrittsfreien Kurpark ab, das linke Geländer begrenzt eigentlich die Promenade – aber dient beim Hochwasser eher als Auffang für Treibgut und wegschwimmende Ruderboote… Im Hintergrund erkennt man gerade noch ein Stück des „Kaffeehaus am See“, dass später für den Neubau der Seeterrassen abgerissen wird. WDiBSloabd_1950er_BadSalzuflen_Kurparksee_Hochwasser_Durchgang_zum_Kaffeehaus_WEB

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1960er: Alles nass in der Steege

Früher war es gerade um diese Jahreszeit fast üblich, dass die Salzufler Innenstadt unter Wasser stand. Wie man bei diesem Blick auf die Steege (rechts oben ist heute der „kleine Grünauer“, durch die Bildmitte führt inzwischen der Fluss seit seiner Verlegung), sehen kann, war das nicht für alle ein Problem. Vor allem für Kinder und Jugendliche war es eher eine Gaudi. Wer übrigens genau hinschaut, findet auch heute noch Vorrichtungen an manchen Häusern, an denen damals alljährlich Holzbretter und Sandsäcke zum Verbarrikadieren der Türen und Fenster gehalten wurden.WDiBSloabd_1960er_BadSalzuflen_Hochwasser_Steege_WEB

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1970er: Hochwasser in Salzuflen

Bis in die 1970er Jahre war es (fast) jedes Jahr dasselbe Bild: Hochwasser in der Stadt. Durch die Schneeschmelze schwoll die Salze an und trat über die Ufer. Dabei setzte sie nicht nur die Innenstadt unter Wasser, sondern auch Teile des Landschaftgartens und des Kurparks. Erst durch die Salzeregulierung Ende der 1970er Jahre gehörten Hochwasser der Vergangenheit an. Was für Kinder immer ein besonderes Schauspiel war, war für die Hauseigentümer rund um die Salze ein stetes Ärgernis. WDiBSloabd_1970_Salzuflen_Hochwasser_Salze_Steege