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1950er: Alter Fürstenhof im neuen Glanz

Frisch wieder eröffnet präsentiert sich der „Fürstenhof“ auf dieser Postkarte aus den 1950er Jahren. Nach der Rückgabe des 1945 beschlagnahmten Gebäudes durch die Briten wurde das ehemalige Grand-Hotel zum Parksanatorium umgebaut. Im hinteren Bereich wurde ein neuer Trakt angebaut (schemenhaft hinter den Bäumen zu erkennen) und die frühere Auffahrt wurde durch einen Treppenaufgang im zeitgenössischen Design ersetzt. Die fröhlich-bunten Sonnenschirme und die freundliche Bepflanzung lassen das neue Sanatorium noch zusätzlich erstrahlen. Interessantes Detail am Rande: Vergrößert man das Bild, erkennt man am linken unteren Rand zwei seltsame Gestänge. Das scheinen Oberleitungsmasten der früheren Herforder Kleinbahn zu sein, die auf dieser Aufnahme leider nur noch wenige Jahre vor sich hatte….

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WDiBSloabd_191X_BadSalzuflen_Salzuflen_Sophienstrasse_5_Sophienhaus_und_Logierhaeuser_aufgenommen_zwischen_1910_und_1914_WEB
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1910er: Drei einzelne Sophienhäuser

Zum Sonntag präsentieren wir hier wieder ein ganz besonderes Bild. In den letzten Jahren vor dem ersten Weltkrieg schauen wir aus einem Fenster der „Villa Johanna“ auf die Sophienhäuser. Richtig, der große Bau des DRK bestand ursprünglich aus einzelnen Gebäuden. Doch noch einige Besonderheiten sind auf diesem Bild zu sehen. Vor uns liegt die Sophienstraße, an der gerade die Baugrube für das Haus Nr. 7 ausgehoben worden ist – das Gebäude existiert übrigens heute noch. Quer durch das Bild verläuft die Nußallee und wer ganz genau hinschaut, erkennt vor der Nußallee sogar noch die Gleise der Herforder Kleinbahn, die an dieser Stelle parallel zum Fußweg verlief (aber dazu können wir Euch hoffentlich bald noch ein anderes Bild zeigen). Zu dieser Zeit wurde die Kleinbahn übrigens noch mit Dampfloks betrieben. Achja, und last, but not least, sehen wir im Hintergrund noch das Schützenhaus – zu dessen Geschichte könnt Ihr in der nächsten Ausgabe des Salzstreuners mehr lesen!

WDiBSloabd_191X_BadSalzuflen_Salzuflen_Sophienstrasse_5_Sophienhaus_und_Logierhaeuser_aufgenommen_zwischen_1910_und_1914_WEB(Wie immer: Auf das Foto klicken für größere Ansicht!)

 

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1960er: Die alte Herforder Straße im Kopfsteinpflaster-Look

So sah es aus, wenn Herforder früher nach Salzuflen fuhren: Die romantische Buckelpiste, auch Herforder Straße genannt, verband seit alters her Salzuflen mit der Hansestadt. Wer noch kein eigenes Auto sein Eigen nannte, konnte auch die Kleinbahn nehmen, deren Schienen wir links sehen. Sie kommen aus Richtung Herford und biegen hier von der Herforder Straße ab für den Stopp am Bad Salzufler Kleinbahnhof (der schemenhaft hinter den Bäumen zu erkennen ist). An den Straßenbelag erinnern sich auch Salzufler, Zitat: „Bei der Ruckelei auf der Straße wurde mir im Auto immer total schlecht…“ Wem ging es ähnlich?

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1910er: Kleinbahnhof Kurpark – Alles Aussteigen!

Heute machen wir eine Zeitreise in die Anfänge des 20. Jahrhunderts: Diese Postkarte des Salzufler Stadtarchivs zeigt die frühere Station „Kurpark“ der Herforder Kleinbahn an der Strecke von Herford nach Vlotho. Das Gebäude links gehörte ursprünglich zur Kinderheilanstalt, zum Aufnahmezeitpunkt war es allerdings bereits das Lokal „Kleinbahnhof Kurpark“. In der Schenke empfahl Inhaber August Gauert „Bier in Siphons“ zu einem, anderthalb, zwei und drei Litern – anscheinend ein Vorgänger der heute beliebten Pitcher und Party-Fäßchen… Im Hintergrund sehen wir die Brücke über die Bismarckstraße, heute führt auf der ehemaligen Kleinbahntrasse die Rat-Hasse-Promenade ebenfalls über eine Brücke zum Vitalzentrum. (Für große Ansicht auf das untenstehende Bild klicken!)WDiBSloabd_1910_Herforder_Kleinbahn_BadSalzuflen_StationKurpark_Stadtarchiv_WEB

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1960er: Die Herforder Kleinbahn

KleinbahnRichtungWallenbrueckbeiLoose_StadtarchivAkteD3414_Zugeschnitten_1200x800px_WDiBSloabdMit dem Bau der Kleinbahn von Herford bis Vlotho 1902/1903 erreichte das Netz der Herforder Kleinbahn auch Bad Salzuflen. Mit den Stationen „Kleinbahnhof“, „Kurpark“ und „Loose“ war das Stadtgebiet auf der Obernbergseite des Kurparks erschlossen worden.

Ursprünglich sollte die Herforder Kleinbahn sogar Teil eines größeren Netzes werden zwischen Herford und Bielefeld, von Melle bis Vlotho, Bünde bis Werther. Bis auf eine Verbindung zwischen Herforder und Bielefelder Kleinbahn in Enger und den Strecken nach Werther und Wallenbrück wurden diese weitergehenden Planungen aber nie umgesetzt.

Die Strecke führte nur teilweise über eigens angelegte Wege: Zwischen Herford und Bad Salzuflen lagen die Gleise auf der (von Bad Salzuflen aus) rechten Seite der Herforder/Salzufler Straße, ebenso zwischen Bad Salzuflen und Exter. In Zeiten, als sich noch nicht jeder ein Automobil leisten konnte, war die Teilung der Straße für Autos und Züge auch noch kein Problem….

Ab 1928 wurde die Kleinbahn elektrifiziert und Straßenbahnen ersetzten die bisherigen Dampflok-geführten Züge.

In den 1960er war die Automobilisierung aber so weit fortgeschritten, dass die Kleinbahn mehr als Verkehrshemmnis wahrgenommen wurde, denn als Transportmittel. 1962 fuhr der letzte Zug von Vlotho über Salzuflen nach Herford, nachdem die Betriebskonzession für lippisches Gebiet abgelaufen war. Unmittelbar danach begann der Abbau der Gleise und die Verbreiterung der Straßen. In Herford hielt der Kleinbahnbetrieb noch vier Jahre länger durch.

WDiBSloabd_1920er_BadSalzuflen_Postkarte_Luftaufnahme_Parkstrasse_Kleinbahnhof_Kurpark_Fürstenhof_Sophienstrasse_VillaJohanna_WEBHeute erinnern in Bad Salzuflen noch die „Rat-Hasse-Promenade“ und die „Nußallee“ an die Kleinbahn: Die Fuß- und Radwege führen heute auf ihrer alten Trasse vom früheren Kleinbahnhof (am heutigen P6) über den Kleinbahnhof „Kurpark“ (wo heute das Parkhaus „Kurpark“ steht) und durch den Landschaftsgarten bis zur Loose. Auf der Postkarte von ca. 1910 sieht man den Verlauf der Kleinbahn bis zur Station „Kurpark“.

Das Bild aus dem Stadtarchiv Bad Salzuflen zeigt einen der Züge im letzten Betriebsjahr 1962 auf dem Weg zur Endstation Wallenbrück. Vermutlich befindet er sich gerade auf dem Streckenstück zwischen den Stationen Loose und Kurpark.

Wer sich für die Geschichte der Herforder Kleinbahn, ihre Anlagen und Fahrzeuge interessiert, findet auf der Seite www.schmalspur-ostwestfalen.de viele weitere interessante Bilder und Geschichte(n).