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1970er: Die Brücke in Schötmar

Ab Montag, den 14. Oktober 2019, beginnt für viele Pendler gefühlt eine neue Zeitrechnung: Nach Monaten des Schienenersatzverkehrs geht die Strecke zwischen Bad Salzuflen und Lage wieder in Betrieb. Grund für das zeitweise Aussetzen des Schienenverkehrs waren Brückenneubauten – in Schötmar und vor allem in Lage.
Passend zur Freigabe der „neuen Brücke“ werfen wir noch mal einen Blick auf die „alte“: Die Schienenbrücke über die Bega auf der Höhe der Schützenwiese (und am Ende der Ladestraße, die durch den Großbrand kürzlich erst OWL-weit bekannt wurde). Vor 45 Jahren, im Juli 1974, sehen wir hier die Arbeiten voranschreiten für die Elektrifizierung der Strecke von Herford bis Altenbeken. Drücken wir mal die Daumen, dass morgen früh alles glatt geht, wenn die elektrischen Züge wieder auf der gesamten Strecke verkehren.

Die Bega-Brücke 1974 während der Arbeiten zur Elektrifizierung der Strecke Herford – Altenbeken.
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1950er: Auf in’s Bega Bad!

Noch ist die Witterung ja eher was für abgehärtete Schwimmer, aber im Laufe dieses Monats wird das Bega Bad wieder seine Pforten öffnen. Grund genug für uns, einmal einen Blick zurück zu werfen in das alte Salzufler Freibad. Im Sommer 1955 verbringt ein englischer Junge namens Barney die Sommerferien mit seinen (deutschstämmigen) Großeltern in Bad Salzuflen und genießt die herrlichen Sommertage im Freibad. Ob er sich auch an den Dreier und den Fünfer im Hintergrund getraut hat, ist nicht überliefert… We send a „Thank You“ for this picture to Great Britain!

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1960er: Schötmar, Kattenbrink

Heute mal wieder das Suchspiel: „Wo steht mein Haus?“. Auf dieser Luftaufnahme vom Kattenbrink lässt sich vieles entdecken: Die Häuser fertig, die Straßen noch nicht alle ausgebaut und drumherum noch viel Freiflächen. Auf der B239 ist ein einziges Fahrzeug unterwegs, von Wohnwagen Ullrich ist noch nichts zu sehen. Ebenso wie von der ausgebauten Industriestraße, dem (heute) ehemaligen Tielsa-Gelände oder anderen Betrieben an der Straße. Anstelle des heutigen Jugendzentrums @on stehen noch Baracken und aus dem Hintergrund grüßen als helles „Gebirge“ die Hoffmann’schen Stärkefabriken aus Salzuflen. Viel Spaß beim weiteren Unterschiede-Suchen und herzlichen Dank an die Bildgeberin!

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1896: Vom Baden in der Bega zum Bega-Bad

In der LZ von heute ist über die neue Beliebtheit der Begawiesen zu lesen. Aus Sicht des Naturschutzes geschehen ungeheuerliche Dinge: Jugendliche baden in der Bega! Was heute kaum noch einer weiß: In der Bega begann überhaupt die Geschichte der Salzufler Frei- und Hallenbäder. Am 26. Juni 1883 wurde die erste Flussbadeanstalt Salzuflens an der Begabrücke (heute Am Begakamp) eröffnet. Die Bega verlief damals noch schleifenförmig hinter der heutigen Bebauung – erst mit dem Bega-Durchstich entstand die heutige Situation.
Vor genau 120 Jahren ging das Flußbad in der Bega in städtischen Besitz über. Wie es in der Zeitung von damals hieß: „Das Flußbad in der Bega, welches in den Besitz der Stadt übergegangen ist, wird in diesem Sommer so betrieben werden wie bisher. Die Schüler der hiesigen Schulen haben die Benutzung des Bades unentgeltlich; Erwachsene habe ein angemessenes, auf der in der Bade-Anstalt aushängenden Bade-Ordnung angegebenes Badegeld zu zahlen. Als Bademeister wird wie bisher der Fabrikaufseher Müller thätig sein. Die Bade-Anstalt ist von 3 Uhr nachmittags bis 6 Uhr abends geöffnet.“ Ebenfalls 1896 wurde das Woldemarbad mit einem Hallenschwimmbad für Jugendliche eröffnet. Die Flußbadeanstalt zog später übrigens um an die Werre – an die Brücke Werler Straße. Dort befand sich, wie man im „Hauptführer durch Bad Salzuflen“ von 1912 lesen kann, auch eine Kahnstation. Heute wie damals kann man auf der Werre mit dem Kahn (bzw. Kanu) fahren, da wird es doch eigentlich Zeit, die Flußbadeanstalt mal wieder zu beleben, oder?

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1970er: Von Schötmar in die weite Welt…

Ein Blick auf den Winterfahrplan 1972/73: Die Abfahrtstafel des Bahnhofs Schötmar weist neben altbekannten Zielen wie Herford, Detmold und Altenbeken auch so illustre Orte wie Bremen, Cuxhaven und Wilhelmshaven aus. In etwas mehr als zweieinhalb Stunden reiste man damals von der Bega umsteigefrei an die Weser, über Bünde, Rahden, Sulingen, Bassum und Syke. Solche Eilzüge über Nebenstrecken wurden und werden von Eisenbahnfreunden liebevoll „Hecken-Eil-Züge“ genannt, weil sie abseits der Hauptstrecken verkehrten. In Richtung Süden war die Fahrt von Schötmar dafür nicht ganz so bequem: Spätestens in Altenbeken musste umgestiegen werden. Der durchgehende Zug nach München hielt nur in Salzuflen…WDiBSloabd_1973_02_17_Schötmar_Bahnhof_Halle_Innen_Fahrplan_1972_WEB

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1970er: Schötmar unter Strom

1974 steht Schötmar unter Strom: Zumindest die Bahngleise werden elektrifiziert – wie auf der gesamten Strecke von Altenbeken bis Herford. Wir sehen auf dieser Aufnahme, wie die ursprüngliche Strecke aussah. Denn links befindet sich noch das zweite Bahnhofsgleis, während heute nur nur noch rechte Gleis liegt. Weiß jemand, wann das zweite Gleis abgebaut wurde? Auf der Ladestraße herrscht noch Betrieb, zumindest ein gedeckter Güterwaggon steht hier für Fracht bereit. Ansonsten fällt beim Vergleich mit heute auf, wie viel sich die Natur in diesem Bereich eigentlich wieder erobert hat…WDiBSloabd_1974_07_19_Schötmar_Bahnhof_Arbeiten_Elektrifizierung_Gleis2_Ladestraße_WEB

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1980er: An der Bega hellem Strande…

„An der Bega hellem Strande“ gibt es zwar nicht wirklich, doch finden wir auf dem Foto von 1980 noch einen Kolibiri. Na gut, nur das Kolibri-Werk links hinter der Brücke – aber damit ein bekanntes Markenzeichen der früheren Industriestadt Schötmar. 1891 errichtete Ernst Küster hier eine Fabrikanlage zur Produktion von Kämmen. Die wurden zunächst aus den Hörnern argentinischer Rinder gefertigt, bis sich das in den USA erfundene Celluloid durchsetzte. In den 1950er Jahren begann das Kolibri-Werk mit der Produktion von Margarine-Figuren – kleinen Spielzeugfiguren, die als Werbebeigaben den Verkauf von Margarine ankurbeln sollten. Die Blüte war aber nur von kurzer Dauer, wie man nachlesen kann, denn 1956 klagten Spielzeughersteller gegen den Wettbewerb der Margarine-Firmen. Bis 1974 bestand das Kolibri-Werk noch, später wurde das ganze Firmengelände abgerissen und abgeräumt. Heute findet man keine Spuren mehr von dem einst großen Gelände parallel zur Bega.

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