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1980er: Bad Salzufler Straßenansichten – Teil II

Weiter geht es mit unserer neuen Serie und wir bewegen uns ein paar Meter und ein paar Jahrzehnte weiter weg von unserem ersten Bild.  Die Osterstraße an der Einmündung zur Bahnhofstraße hat ihr Gesicht ein wenig verändert: Die Ladenzeile ist immer noch da. Aber wo hier noch das Go-Gärtchen ist, war vorher mal ein US- Armeeshop. Davor gab es dort sogar mal ein Geldinstitut. Jetzt finden wir dort leckere Gerichte bei Munzur.

In dem jetzigen Wettbüro konnte man früher Kurzwaren einkaufen.  Auch eine Reinigung von Herrn und Frau Winter war dort vor Jahrzehnten. Friseur Brockmeier schnippelte dort wo jetzt ein Imbiss ist die Haare. Der Lebensmittelladen hat sich dagegen gar nicht verändert. Nur die Ladenbetreiber. Aus Frau Sander wurde dann Herr Altaca, während Erstere nicht mehr lebt, hat sich Herr Altaca seit Jahren in das Rentendasein zurückgezogen. In meiner Kinderzeit war in der Tränke mal ein Blumenladen.  Jetzt ist die Tränke auch nicht mehr – sie ist zur Bascha Lounge geworden.

Links ist das Amtsgericht mit der alten Polizeiwache schon abgerissen worden, wir stehen quasi auf der Fläche des heutigen Parkhauses. Das Haus von Schlachter “Böbschken“ Meierkord ist noch auf dem Bild vorhanden. Auch sein Haus wurde später abgerissen. Dort ist jetzt ein Bäcker und die Brandversicherung hingekommen.

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1970er: Idylle an der Ladestraße

Bis auf den markanten Giebel des Salzufler Bahnhofes erkennt man hier heute kaum etwas wieder: 1973 spielt unsere beschauliche Szene am Güterbahnhof, als Schaumstoffballen abgeholt werden. Das Besondere daran: Das „Fahrzeug“ der Bega-Spedition hat einen „1-PS-Antrieb“, denn es wird von einem Pferd gezogen. Auch ein anderer Bereich der Motorisierung hat sich seither deutlich verändert. Durch die Bildmitte verläuft heute die vierspurige Bahnhofstraße und der Güterbahnhof ist seit langem außer Betrieb. Güter gehören eben nicht mehr auf die Bahn – schade eigentlich!

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1950er: Das „Büdchen“ an der Bahnhofstraße

Im Ruhrgebiet wird sie noch gelebt: Die Kultur der „Büdchen“ – und auch in Bad Salzuflen gab es diese kleinen Imbiss-Kiosk-Bier-Stationen. Auf dieser Aufnahme von 1958 blicken wir auf den Imbiss von Heinz Winter in der Bahnhofstraße. Leider haben wir keinerlei Informationen, wer die drei Herren auf diesem Foto sind. Vielleicht kennt sie jemand von unseren geneigten Leserinnen und Lesern?
Sofern wir uns nicht ganz irren, befand sich das „Büdchen“ dort, wo heute die Einfahrt zur Waschstraße ist, die Esso-Station im Hintergrund befindet sich auf dem heutigen Gelände der Waschstraße. Sehenswert auch die Preistafel rechts: Die kleine Flasche Cola für 40 Pfennige, der Rollmops für 30 Pfennig. Ansonsten auf der Karte (und heute kaum noch in einem Imbiss zu finden): Ölsardinen, Sinalco und Milch….

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Roter Punkt = Standort der Imbissbude

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1950er: Das (besondere) Bild zum Sonntag…

Zum Sonntag gibt es wieder ein besonderes Bild: Ende der 1950er Jahre blicken wir auf Bad Salzuflen, doch erst beim zweiten Blick fällt auf: Es gibt zwei katholische Kirchen. Die Luftaufnahme muss also etwa aus dem Jahr 1959 stammen, vor Abbruch der alten katholischen Kirche in der Grabenstraße (später Sparkasse, heute Best Western). Und besonders interessant ist auch der Vordergrund des Bildes: Hier verläuft heute die vierspurige Bahnhofsstraße – auf dem Bild sehen wir noch die alte, baumbestandene Bahnhofstraße, die als Sackgasse am Bahnhof endete. Einige Häuser kann man noch wiedererkennen, viele andere Bauten sind dem Ausbau der Straße gewichen. Und statt der Wohnbauten neben der katholischen Kirche sehen wir noch die Gemüsegärten der Salzufler. Auch an anderen Stellen in der Stadt prägen noch Industriebauten und Gewerbegebiete die Flächen, auf denen heute beispielsweise die Hochhäuser am Hellweg stehen.

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1970er: Sackgasse in der Bahnhofstraße

Wo man heute vierspurig am Bahnhof vorbei brausen kann, war bis in die 1970er hinein das „Ende der Stadt“. Ok, zumindest das Ende der Bahnhofstraße. Auf einem großen Platz vorm Bahnhofseingang standen Taxen und Bullis für den Transport von Besuchern und Kurgästen bereit. Im Hintergrund befand sich noch ein Zufahrt zum Güterbahnhof. In der Bahnhofsgaststätte wurde Union-Pils ausgeschenkt und rechts erahnt man den steilen Weg der damals noch durchgängigen Hermannstraße. Anstelle des Eisenbahner-Wohnhauses rechts im Hintergrund befindet sich heute die Wendeschleife mit der Bushaltestelle. Um zu verstehen, welche Erleichterung die neue Bahnhofsstraße darstellte, muss man sich vorstellen, wie der Verkehr früher floss: Vom Bahnhof musste man die Hermannstraße hinauf, in die Schießhofstraße abbiegen, um dann die Werler Straße zu erreichen. Richtung Herford konnte man sogar erst am Herforder Tor abbiegen auf die Herforder Straße…

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1910: Kaiserhof und Pferdebahn

Um 1910 war an einen ZOB hier noch nicht zu denken: An der Ecke Osterstraße / Bahnhofstraße erhob sich der „Kaiserhof“ und der innerstädtische Linienverkehr wurde noch von der Pferdebahn zwischen Bahnhof und Kurpark übernommen. Übrigens hatte die Salzufler Straßenbahn nur eine kurze Lebensgeschichte: 1909 eingerichtet, wurde sie 1926 schon wieder stillgelegt. An ihre Stelle traten dann übrigens die bekannten Salzufler Busunternehmen – von denen eines hinter dem Kaiserhof seinen Betriebshof einrichten sollte…

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1970er: Über 50 Jahre alt und im Notfall immer noch da

Heute ist hier nicht mehr viel wieder zu erkennen: Bis auf den Bahnhof und die Salzebrücke im Vordergrund hat sich die Szenerie total verändert. Die großen Bäume am Bahnhof? Weg. Die Gebäude an der Bahnhofstraße, deren Giebel man im Hintergrund erkennt? Weg. Der Betrieb von Kölling mit dem markanten Kran am Gleisanschluss? Weg. Der Zug aus vierachsigem Umbauwagen und alten Schnellzugwagen der 1930er Jahre? Weg. Halt! Nicht ganz. Die Lok 212 033-5 ist heute noch im Einsatz – als Zuglok des sogenannten „Tunnelrettungszuges“ ist die über 50 Jahre alte Dame noch heute in Fulda stationiert. Im Ernstfall sind diese Rettungszüge dafür da, auf den Gleisen der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg Hilfe zu leisten. Ein aktuelleres Bild der 1963 in Kiel gebauten V100, heute heißt sie 714 001-5, findet Ihr übrigens hier. Also: Von wegen altes Eisen….!

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1970er: Blick von der alten in die neue Herforder Straße

1975 – Ein Blick auf die künftige Herforder Straße in Richtung Bahnhof: Als Entlastungsstraße A geplant, verbindet sie heute Rudolph-Brandes-Allee, Bahnhofstraße und Herforder Straße miteinander. Mit ihrer Einweihung wurde die Innenstadt massiv entlastet, musste sich der Verkehr doch bis dahin durch Osterstraße, Steege und Herforder Tor quälen. Auf dem Bild blicken wir in etwa von der alten Herforder Straße in Richtung der Werler Straße. Die Gebäude rechts und links sind heute noch vorhanden, auch wenn durch ihren Vorgarten heute eine der meistbefahrensten Straßen der Stadt führt.WDiBSloabd_1977_BadSalzuflen_Bau_HerforderStraße_Neu_Blick_Richtung_Werler_Strasse_TrasseA_WEB