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1896: Vom Baden in der Bega zum Bega-Bad

In der LZ von heute ist über die neue Beliebtheit der Begawiesen zu lesen. Aus Sicht des Naturschutzes geschehen ungeheuerliche Dinge: Jugendliche baden in der Bega! Was heute kaum noch einer weiß: In der Bega begann überhaupt die Geschichte der Salzufler Frei- und Hallenbäder. Am 26. Juni 1883 wurde die erste Flussbadeanstalt Salzuflens an der Begabrücke (heute Am Begakamp) eröffnet. Die Bega verlief damals noch schleifenförmig hinter der heutigen Bebauung – erst mit dem Bega-Durchstich entstand die heutige Situation.
Vor genau 120 Jahren ging das Flußbad in der Bega in städtischen Besitz über. Wie es in der Zeitung von damals hieß: „Das Flußbad in der Bega, welches in den Besitz der Stadt übergegangen ist, wird in diesem Sommer so betrieben werden wie bisher. Die Schüler der hiesigen Schulen haben die Benutzung des Bades unentgeltlich; Erwachsene habe ein angemessenes, auf der in der Bade-Anstalt aushängenden Bade-Ordnung angegebenes Badegeld zu zahlen. Als Bademeister wird wie bisher der Fabrikaufseher Müller thätig sein. Die Bade-Anstalt ist von 3 Uhr nachmittags bis 6 Uhr abends geöffnet.“ Ebenfalls 1896 wurde das Woldemarbad mit einem Hallenschwimmbad für Jugendliche eröffnet. Die Flußbadeanstalt zog später übrigens um an die Werre – an die Brücke Werler Straße. Dort befand sich, wie man im „Hauptführer durch Bad Salzuflen“ von 1912 lesen kann, auch eine Kahnstation. Heute wie damals kann man auf der Werre mit dem Kahn (bzw. Kanu) fahren, da wird es doch eigentlich Zeit, die Flußbadeanstalt mal wieder zu beleben, oder?

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