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1930er: Eine Schule und ihr gruseliger Schulhof…

Die erste Schule in Bad Salzuflen entstand 1531 auf dem Hallenbrink, neben der Stadtkirche. 1762 abgebrannt, wurde anschließend das noch heute zu bestaunende Fachwerkhaus errichtet, dass wir auf dieser Aufnahme vermutlich in den 1930er Jahren sehen. Hier waren die Rektorschule, die Kantorschule und die Küsterschule – also alle Schulformen, die es damals gab – untergebracht. Der Schulhof, also die Fläche zwischen Schulgebäude und Stadtkirche, der hier auf dem Foto zu sehen ist, birgt ein Geheimnis: Hier befand sich früher der Friedhof an der Stadtkirche. Beim Bau des evangelisch-reformierten Gemeindehauses Ende der 1920er Jahre fand man bei den Ausschachtungsarbeiten noch einige Skelette früherer Salzufler…

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1930er: Die Macht der Reklame macht Station in Hannover

Die „Macht der Werbung“, damals noch „Reklame“ genannt, wußte Bad Salzuflen in den 1920er und 1930er Jahren gut für sich zu nutzen. Hier dokumentieren wir ein solches Beispiel: Eine große Reklametafel im Hauptbahnhof Hannover, die gezeichnete Ansichten des Leopoldsprudel, des Kurpark und des Hermannsdenkmals zeigt, wirbt  vermutlich in den 1930er Jahren mit dem Spruch „Besucht Bad Salzuflen – Teutoburger Wald“. Sehenswert aber auch die anderen Werbungen und die vielen Hinweisschilder: Ob die Beschilderung des „Wartesaal I. & II. Klasse“, der Blick auf die Gepäckannahme oder die Veranstaltungswerbung vom Tivoli, die Ankündigung von „Reichsbahn-Sonderfahrten“ oder die Werbung für „Erdoel-Tiefbohr-Anlagen“ von Alfred Wirth aus Erkelenz. Ein besonderes Detail verbirgt sich noch am unteren rechten Bildrand: „Theodor Schulze’s Bahnhofsbuchhandlung“ wurde erst 2001 aus Familienbesitz an einen Konzern verkauft. 

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1930er: Suchbild – Wer (er)kennt wen?

Wer erkennt jemanden aus dieser Jungenklasse von der Hermannstraße? Diese Frage bewegte einen unserer Leser, dessen Vater in der Mitte zu sehen ist (eingekreist). Das Foto ist 1936 oder 1937 vermutlich auf dem Hof der Oberschule für Jungen in der Hermannstraße (heute VHS) aufgenommen worden, die Schüler dürften alle 1923, 1924 oder 1925 geboren worden sein. „Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen, da ich zwar bereits viele Namen seiner Klassenkameraden – über Familienforschung im Stadtarchiv Bad Salzuflen – gefunden habe, aber gerne auch eventuelle bildliche Zuordnungen damit vornehmen könnte“, schreibt unser Leser.

Hinweis und Informationen zu diesem Foto können über unser Kontaktformular oder per E-Mail eingesandt werden oder als Kommentar unter diesem Artikel verfasst werden. Wir freuen uns auf Ihre und Eure Hinweise!

(Hinweis: Das untere Foto anklicken, dann vergrößert es sich!)

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1930er: Der Hermann strahlt – und leuchtet ab heute übrigens auch wieder

Wer war als Kind nicht mindestens einmal da? Beim Schulausflug oder mit den Eltern, das Hermannsdenkmal gehört zu Lippe wie Pickert und Prinz. Fertiggestellt 1875, schaut der Cheruskerfürst Arminius mit erhobenem Schwert Richtung Frankreich – dem damaligen „Erbfeind“. Ab heute gibt sich der Hermann wieder bunter und weitaus friedlicher: „Der Hermann leuchtet“ heißt die Veranstaltung, die Lippes Wahrzeichen zum Strahlen bringt. Auf der Website findet Ihr alle Infos zu der Veranstaltung, die noch bis zum 20. März läuft. Grund genug also, mal wieder alte Kindheitserinnerungen aufzufrischen und einen Ur-Lipper zu begrüßen (Jaja, die in Kalkriese sehen das anders…)…

Und hier gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack:

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1930er: Die erste Adresse von Bad Salzuflen

Und weil wir heute Geburtstag haben, schenken wir uns selbst noch etwas: Diese schöne Karte aus den 1930er Jahren zeigt das Hotel „Fürstenhof“ an der Parkstraße. Eröffnet 1908, beherbergte das Haus ab 1959 eine Klinik. Später wurde der Bau durch die „Klinik am Kurpark“ auf der anderen Straßenseite ergänzt. Während das Gebäude der „Klinik am Kurpark“ nunmehr auch schon wieder Geschichte ist, steht der „Fürstenhof“ nach wie vor und wartet auf eine neue Nutzung. Zu seiner Eröffnung und auch lange Jahre danach, war der Fürstenhof die erste Adresse von Bad Salzuflen. So ähnlich, wie es unsere Seite www.wdibsloabd.de für alle Salzuflen-Fans und historisch Interessierten ist 😉

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1930er: Trinkbrunnen und Wandelhalle im Jugendstil

Während bald die Sanierung des Nachfolger beginnt, blicken wir heute noch einmal zurück auf den Vorgänger: Die alte Wandelhalle entstand um 1900 zunächst als hölzerner Trinkbrunnenausschank und wurde bis zum ersten Weltkrieg massiv erweitert. In den 1920er Jahren erhielt der Bau dann seine endgültige Form – angelehnt an den Jugendstil. Zentral innerhalb der mehrflügeligen Wandelgänge lag der Trinkbrunnenausschank, den wir hier im Bild sehen. Ein Modell des Brunnens existiert heute noch. Die historische Wandelhalle musste 1960 den Planungen für die heutige Konzert- und Wandelhalle weichen – ein derber Verlust. Was bleibt, ist allein die Erinnerung… und eine „neue“ Wandelhalle, die schon wieder so alt ist, dass sie unter Denkmalschutz steht.

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1930er: Geschichte zum Trinken

In Bad Salzuflen gibt es Geschichte nicht nur zum Anschauen oder Anfassen, sondern auch zum Trinken. Wirt Vincent feiert im „Ratsstübel“ heute seinen runden Geburtstag und während er seit genau 10 Jahren zum Inventar gehört, gehört das Inventar schon etwas länger zum Lokal. Auf dieser Postkarte aus den 1930ern sehen wir das Ratsstübel frisch modernisiert – nach einem Brand wurde das Lokal damals neu eingerichtet. Und nun die Preisfrage: Wer erkennt alle Einrichtungsgegenstände, die auch heute noch die zweitälteste Kneipe der Stadt zieren?

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1930er: Ungewöhnlicher Einblick in die Lange Straße

Dieses Bild ist ein seltener (fotografischer) Blick in die Lange Straße: Vom Baugerüst des „Rheingold“ blicken wir im Jahr 1933 hinunter Richtung Schliepsteiner Tor. Vorne rechts sehen wir  „Haushaltswaren Stöcken“ (heute steht hier die Commerzbank), links Cafe Beckering (?) und dahinter Barkhausen. In der Ferne erkennen wir die Kurverwaltung (heute u.a. Caprice Moden), vor dem Gebäude scheint ein Bus zu stehen. Sehenswert auch das geparkte Auto vor Regel. Hinter der Kurverwaltung erkennt man noch den großen Bau des Kinderheims Bethesda. Und im Vordergrund unterhält sich die städtische Jugend – und plant vielleicht den nächsten Pennäler-Streich…

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1930er: „Land unter“ an der Steege – mit zwei Besonderheiten

Für jüngere Salzufler ist es heute ja schon eine kleine Sensation, wenn die Salze mal ein wenig mehr Wasser führt… ältere Salzufler können sich dagegen noch gut an die großen Hochwasser erinnern, die bis in die 1970er die Innenstadt heimsuchten. So wie hier auf diesem Foto vom Januar 1932 sah die Innenstadt alljährlich aus. Schneeschmelze und Regen ließen den Salzepegel ansteigen. Zwei Besonderheiten sehen wir noch auf diesem Bild: Geradezu blicken wir auf das Schaufenster der Firma „Balzer Immobilien“ – ein bekannter Name in Bad Salzuflen. Und links vor der Post irritiert ein großer Pfeil. Des Rätsels Lösung ist ganz einfach: An dem Telegraphen-/Telefon-Mast auf der Kreuzung Steege/Wenkenstraße/Am Markt war ein umlaufendes Schild angebracht, dass die Fahrtrichtung vorschreibt (ähnlich wie an der Einmündung Ahornstraße/Osterstraße heute). Damalige Zeitungsberichte von Unfällen legen allerdings nahe, dass dieses Schild nicht immer wirklich beachtet wurde. Man kann also sagen: Manche Dinge ändern sich nie…

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1930er: Tanz im „Rheingold“

Nach dem Umbau 1933/34 präsentierte sich das vorherige Weinhaus „Rheingold“ in völlig neuem Gewande. Diese Postkarte aus den späteren 1930er Jahren zeigt den Saal und die Tanzfläche im ersten Stock. Alles ist bereit für den Ansturm am Samstag Abend – die Bühne ist vorbereitet. Statt vom Plattenteller, von CD oder aus dem Laptop war die Musik noch „live“ und handgemacht. Neben der liebevollen Dekoration fällt vor allem auch das Platzangebot auf: In vier Reihen stehen die Tische und Stühle vom Fenster bis zur Bühne. Der Abend kann also kommen und mit ihm die Kurschatten…

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